Do 7 Jan 2010
Blaue Schwerter in Dresden – 300 Jahre Meissener Porzellan
Veröffentlicht durchs Hotel Dresden unter Archiv, Veranstaltungen
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In diesem Jahr feiert die Porzellanmanufaktur Meissen Ihr 300jähriges Jubiläum und zeigt nicht nur in den eigenen Räumen die Entstehung und die Geschichte des weißen Goldes. Johann Friedrich Böttger gilt als Erfinder des ersten europäischen Porzellans, welches zunächst als rotes Böttgersteinzeug besonders in marmorierten Fliesen Verwendung fand. Erst durch den Zusatz von Kaolin wurde es möglich, weißes Porzellan herzustellen. Diese Erfindung nutzte Böttger, mit der Verwendung von Hartporzellanglasur und Dekor Farbe, zur ersten fabrikmäßigen Produktion.So war der Siegeszug des heute noch berühmten Zwiebelmuster mit den Blauen Schwertern nicht mehr aufzuhalten.
Von der Albrechtsburg, wo die Herstellung begann, wurde zunächst das begehrte Porzellan an verschiedene Königshäuser in Europa und in den folgenden Jahrhunderten sogar weltweit geliefert.
Die Stadt Dresden widmet sich mit Ihrer sächsischen Tradition, die 1710 im Auftrag von
August dem Starken patentiert wurde, in einer Sonderausstellung im Japanischen Palais.
Vom Mai bis Ende August sind hier Geschirrporzellan, Fliesen, Ziergegenstände, Figuren, Kleinplastiken und die außergewöhnlichen, wie einmaligen Dekore zu bestaunen. Seit vielen Jahren ermöglicht die Porzellanmanufaktur Meissen Besuchern und Touristen, einen Einblick in Ihre Gläserne Produktion, lässt dabei den Dekormalern über die Schulter schauen und bietet so einen umfassenden Überblick von der Herstellung des begehrten weißen Goldes. www.meissen.de
Ein lohnenswertes Ziel, denn die Gäste der Hotels in Dresden haben diese Stätte der handwerklichen Tradition in einer halben Stunde Autofahrt durch das reizvolle Elbtal erreicht.
Wer es liebt, aktiv Dresden und seine Umgebung kennen zu lernen, kann den Elbradweg durch die Sächsische Weinstrasse nutzen und so noch viele weitere, interessante Entdeckungen auf den Weg nach Meissen erleben.

*1719 schreibt der Generalsekretär der Meißner Porzellan-Manufaktur
-Caspar Bussius- in seinem Bericht “daß die Porzellanerfindung nicht von Böttger, sondern von dem seeligen Herrn von Tschirnhausen herkommt und dessen schriftliche Wissenschaft ihm durch den Inspektor Steinbrück zugebracht worden sey.”
Und in der Tat hat Steinbrück 1718 in einer Abfassung mit eigenen Worten zugegeben, den handschriftlichen Nachlaß von Tschirnhaus benutzt, bzw. sich von den Manuskripten Abschriften gemacht zu haben. Ferner berichtet er, dass er über die Art, wie Böttger das Porzellan erfunden habe, nicht ganz im klaren sei.
*1727 hält in Paris der französische Technologe und Biologe Réaumur (Erfinder des Thermometers) einen Vortrag über die Herstellung des europ. Porzellans und bezeichnet v.Tschirnhaus als den Porzellanerfinder :”Die Academie hat einen ihrer Glieder, Herrn Tschirnhausen, gehabt, welcher das Arcanum eines Porcellaines, welches dem ansehen nach eben dasselbe ist, so in Sachsen gemacht wird, erfunden…”
*Ein weiterer Zeitzeuge ist Herr Peter Mohrenthal aus Dresden. Er schreibt 1732:
“Ganß Sachsen wird so leicht den Herrn von Tschirnhausen nicht vergessen, und sein Ruhm wird ewig bestehen, so lange nehmlich, als die Porcellain-Fabriqve in Meißen welche nächst der Chinesischen, ihres gleichen in der Welt nicht hat,… Denn eben der Herr von Tschirnhausen ist derjenige, so die Massam zu Porcellain am ersten glücklich gefunden, und hat sie nach ihm der bekannte Bötticher völlig ausgearbeitet… Der Tod nehmlich unterbrach alle schönen Bemühungen des Herrn von Tschirnhausen, welche die Welt nicht mit Golde bezahlen kann.”
Beweis: (P.G.Mohrenthal: Lebens-Beschreibung des Welt-berühmten E.W.von Tschirnhaus in gleichen Nachrichten von seinen Schriften und seltenen Erfindungen. In: Curiosa Saxonica, Drittes repoitorium Probe 38 und 39.Dresden 1731).