Im 19.Jahrhundert war Dresden eine Hochburg der Schokoladenherstellung.clip_image002 Fast ein Drittel der damaligen Importe von Kakao sind hier zu Schokolade und anderen kakaohaltigen Produkten verarbeitet worden. Etwa 500.000 Kilogramm der Bohnen kamen in die Mühlen der Fabriken. Wohl die bekannteste der Dresdner Firmen war die von Otto Rüger, der zu seiner Zeit feinste Schokoladen an die herrschaftlichen Höfe lieferte. Dresden stellte um 1880 das Zentrum der Schokoladenindustrie in Deutschland dar und hatte mit den Firmen „Hartwig & Vogel“, Jordan & Timaeus“, Riedel& Engelmann“, sowie der „Chocoladen & Conditoreiwarenfabrik Petzold & Aulhorn“, renommierte Hersteller mit hohen Qualitäten. Mit raffinierten Verfahren konnten nach und nach größere Produktionsmengen auf den Markt gebracht werden, die dennoch höchster Güte entsprachen. Dieser sächsische Erfindergeist gab den Ausschlag für weitere Rationalisierungsprozesse in den jungen aufstrebenden Unternehmen, die so den Weg zur Spitze der Genussmittelindustrie in Deutschland avancierte. Eine solche Geschichte, die heute keinen Bestand in Dresden aufweist, bekommt durch die Kunst ein neues Leben eingehaucht. In Dresden – Plauen entwickelte Birgit Schuh, in Anlehnung der damaligen Produktion in der clip_image010Bienertmühle, ein Kunstobjekt zur versiegten Tradition der Schokoladenherstellung. Mit Ihrem Schokofluss, entlang der Weißeritz, macht Sie auf die einstige Industrie aufmerksam und gibt Anstoss mit weiteren Projekten, die Geschichte einer Blütezeit in Dresden ins Gedächtnis zurück zu bringen. Die einer Entwässerungsrinne nachgestellten schockofarbenen Betonsteine dient als ein offenes Denkmal der „leckeren“ Industrie vergangener Jahrhunderte in Elbflorenz.